Verkehrsberuhigung ist Mogelei
Es gibt eine Tendenz in der kommunalen Politik statt echten Fußgängerzonen "verkehrsberuhigte" Zonen einzuführen. Falls es ganz hoch kommt, werden Straßen als "Spielstraßen" deklariert und man hofft, dass dadurch weniger Kinder umkommen. Das mag auf dem Dorf auch funktionieren, denn dort kennt jeder jeden und wenn Meiers Markus mit 80 Sachen durch die Spielstraße rast, dann bekommt die Familie was zu hören.
In der Stadt machen die Spielstraßen wenig Sinn, denn sie schützen niemanden. Keine Mutter kann ihre Kinder draußen spielen lassen, wenn sie weiß, das jede Sekunde ein Raser kommen kann, der sich eben nicht an die Vorschriften hält. Wirkliche Freiheit für Fußgänger und Radfahrer ist erst dann gegeben, wenn eine Straße komplett für den Autoverkehr gesperrt wird.
Erst dann gibt es Platz für ein echtes Leben auf der Straße, denn normalerweise reservieren parkende Autos und - selbst leere - Fahrspuren gute zwei Drittel der Straßenbreite. In einer Fußgängerzone kann man sich entspannen, Stühle vor die Tür stellen und mit den Nachbarn reden. Und sich über die Radfahrer aufregen, die sich nicht an die Fußgängerzone halten...