Autofreie Stadt

Auf in die Zukunft

 

CO2 ist mir egal

Gerne wird gesagt, dass die Probleme des Autoverkehrs ja auch technisch zu lösen seien: das Druckluftauto hätte keine Abgase, neue Reifentechniken machen Autos leise, alles lösbare Probleme und nicht weiter tragisch.

Die für mich schlimmsten Folgen des Autoverkehrs haben mit Lärm und Gestank eigentlich nichts zu tun. Sogar die toten und querschnittsgelähmten Nachbarn, Freunde und Familienmitglieder sind mit etwas Glück nicht die eigenen. Trotzdem sollten selbst ein geräuschlose Kraftfahrzeuge, die mit Luft und Liebe laufen, aus den Städten verbannt werden.

Warum? Die größte Errungenschaft der Stadt ist das Miteinander von so vielen Menschen auf engem Raum. Noch nie in der Geschichte war die Arbeitsteilung so weit fortgeschritten, dass sich so große Teile der Menschheit nicht mit ihrem eigenen Überleben beschäftigen müssen.

Der Autoverkehr zerstört diesen öffentlichen Raum. Die Zwischenräume zwischen Häusern und Wohnungen sind nicht Orte der Begegnung und des Austauschs, sondern Parkplätze und Autobahnen geworden. Noch dazu reißt die billige Fortbewegung auf Kosten anderer die Stadt auseinander. Wer im Vorort wohnt, kann trotzdem mitten in der Stadt arbeiten. Man kauft nicht mehr in der eigenen Straße ein, sondern auf der grünen Wiese.

Inzwischen ändert sich das, denn die hohen Benzinpreise lassen das Pendeln in die Provinz nicht mehr sonderlich günstig erscheinen. Jetzt fehlt nur noch, dass die Politik und vor allem die Menschen die neue Nähe als Vorteil entdecken. Schließlich ist es für alle besser, wenn die Kinder zu Fuß zur Schule gehen und man mal eben um die Ecke einkaufen kann. Dazu gehört aber auch, in der Stadt die Voraussetzungen dafür zu schaffen.